Der Spec Spot* DISCOVER BETTER SLEEP von den HFF-Studierenden David Thibaut (Buch, Regie), Marie Wald (Kamera), Jani Sellmann (Oberbeleuchter), Jonas Riedinger (Editor), Leon Markl (Best Boy), Bence Kátai (Beleuchter) und Esma Günsesoglu (2. Kameraassistenz) wurde im Mai auf dem Young Ones Festival in New York mit dem Young Ones ADC Student Merit Award sowie in Wien mit der „Victoria“ des Wirtschaftsfilmfestival ausgezeichnet / Produziert wurde der Spot von WILLIT GRAIN / Finn-Oliver Walter und Dariush Owji, die an der Hochschule Ansbach den dualen Studiengang Produktionsmanagement Film und TV (in Kooperation mit der HFF München) absolvieren / DISCOVER BETTER SLEEP ist ein spekulativer Werbespot für die Matratzen der Firma BLACKROLL® und ist in der Werbeklasse der HFF München unter Leitung von Prof. Henning Patzner entstanden / Erzählt wird die Traum-reiche Nacht eines Mädchens in einer abenteuerlich-märchenhaften Phantasy-Welt / Finanzielle Unterstützung gab es aus der HFF München zusätzlich aus Mitteln für inklusives Drehen
München, 10. Juni 2026 – Der Spec Spot DISCOVER BETTER SLEEP von HFF-Studierenden aus der Werbeklasse der Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) München unter Leitung von Prof. Henning Patzner wurde im Mai gleich mit zwei Preisen geehrt: Auf dem Young One’s Festival in New York gab es am 11. Mai den Young Ones ADC Student Merit Award. Dann folgte am 21. Mai in Wien die „Victoria“ für den besten Nachwuchsspot im Rahmen des Wirtschaftsfilmfestivals vom Wiener Wirtschaftsverband.
DISCOVER BETTER SLEEP | Produkt: Recovery Base Matratze von BLACKROLL®
HFF-Team: David Thibaut (Buch, Regie), Marie Wald (Kamera), Jani Sellmann (Oberbeleuchter), Finn-Oliver Walter und Dariush Owji (beide Produktionsmanagement in Kooperation mit Hochschule Ansbach), Jonas Riedinger (Editor), Leon Markl (Best Boy), Bence Kátai (Beleuchter) und Esma Günsesoglu (2. Kameraassistenz)
Inhalt: Neugierig folgt die junge Fara einem magischen Tier tief in den Wald und dringt schließlich mutig in die Dunkelheit einer Tropfsteinhöhle vor. Hier, in dieser rauen Umgebung, überschreitet sie die Grenze zwischen Traum und Wirklichkeit – und entdeckt an einem ganz unerwarteten Ort eine Oase absoluter Geborgenheit.
Inklusiver Dreh als Anliegen der Spot-Macherinnen**
Die Rolle der Hauptfigur ist mit Natalie Kim Lehmann besetzt, einer 22jährigen Darstellerin mit Trisomie 21. Letzteres ist im Spot kein Thema. David Thibaut und Finn-Oliver Walter über das Casting und warum ihnen wichtig war, dass Natalies Trisomie in keiner Weise thematisiert wird: „Wir hatten ein sehr konkretes Bild von unserer Figur Fara: ein junges Mädchen mit Mut, Neugier, einer besonderen Ausstrahlung und der Fähigkeit, sich selbstverständlich in diese körperliche, märchenhafte Welt zu begeben. Natalie hat uns sofort überzeugt, weil sie genau diese Mischung mitbringt. Sie hatte für uns die Präsenz, die Offenheit, die durch ihr Reit-Hobby begründete Verbundenheit zu Tieren und den Glanz in den Augen, den die Rolle gebraucht hat. Ihre Trisomie 21 sollte dabei weder erzählt noch erklärt werden - wir wollten einfach die beste Besetzung für diese Figur finden. Und das war Natalie.”
Übrigens: Ihre Hauptrolle in DISCOVER BETTER SLEEP ist erst der Anfang: Sie wird im Sommer in den Kinos zu sehen sein – im Hauptcast des Films DAS GEWISSE ETWAS (Produktion: HFF-Alumna Viola Jäger).
Schon in den Drehvorbereitungen wurden besondere Herausforderungen klar, die auf systemischen und strukturellen Bedingungen von Menschen mit Behinderungen fußen, weshalb die Spot-Macherinnen auch hoffen, mit ihrer Arbeit ein Zeichen insgesamt für mehr Mut und bessere Bedingungen für inklusives Drehen zu setzen. Dabei hatten sie wertvolle Partnerinnen an ihrer Seite:
Lukas Paul, Geschäftsführer des Verbands abm inclumedia® e.V., dessen Mitarbeiter Kilian Sterff für den Verband ein begleitendes Making-of-Video zu den Dreharbeiten erstellt hat: „Unser Ziel ist es, Menschen mit Behinderung eine mediale Bühne zu bieten, um deren Lebensrealitäten und Bedürfnisse in die Öffentlichkeit zu bringen. Und dieses Ziel verbindet alle Beteiligten bei diesem Projekt. Gerade weil Menschen mit Behinderung nach wie vor zu selten in fiktionalen wie nonfiktionalen Medien vertreten sind, gilt es, Berührungsängste abzubauen, die Sichtbarkeit zu erhöhen und so gemeinsam für eine inklusive, vielfältige und bunte Gesellschaft einzustehen.”
Der Spot wurde aus der HFF München zusätzlich finanziell unterstützt. Die Mittel wurden im Rahmen der Gleichstellungsarbeit von Katrin John und Monika Wöhrl, Beauftragte für die Gleichstellung von Frauen in Wissenschaft und Kunst an der HFF München, bereitgestellt: „Ein erhöhter finanzieller Aufwand darf kein Hindernis für vielfältige Repräsentation sein. Als Hochschule ist es unsere Aufgabe, Strukturen zu schaffen, die chancengerechte Teilhabe ermöglichen."
*So genannte Spec Spots sind spekulative Spots als Übung für junge Filmschaffende im Bereich Werbung: Sie nehmen an, einen Auftrag für eine real existierende (manchmal auch imaginierte) Marke zu haben und drehen für sie oder eines ihrer Produkte einen Werbespot. Obwohl die Arbeit spekulativ ist und selbst bzw. aus den betreuenden Hochschulen finanziert wird, wird die Erlaubnis des fiktiven Kunden eingeholt, zumal in den meisten Fällen dann auch das offizielle Logo genutzt werden kann. Fast immer sind die Unternehmen von den sehr frei kreativen Ideen begeistert, manchmal kommt es sogar zu einem späteren Ankauf der Spots - dann sind sie auch nicht mehr länger „Spec“.
**Aufgrund einer für die Hochschule bindenden Vorgabe durch die allgemeine Geschäftsordnung für den Freistaat Bayern vom 01.04.2024 dürfen sämtliche Personen- und Funktionsbezeichnungen ausschließlich in der weiblichen und/oder männlichen Form aufgeführt werden. Mehrgeschlechtliche Schreibweisen sind unzulässig. Selbstverständlich sind Personen aller geschlechtlicher Identitäten ausdrücklich mit angesprochen.
Persönliches Statement von David Thibaut zu Discover Better Sleep
„Ich bin seit meiner Kindheit mit Neurodivergenz im engsten Kreis vertraut: Eine mir nahestehende Person hat eine erworbene kognitive Beeinträchtigung, ausgelöst durch eine schwere Krankheit. Die Erfahrung mit ihr hat meinen Blick früh dafür geschärft, dass da, wo wir etwas als „normal" bezeichnen, immer ein Ausschluss mitformuliert wird. Meine Eltern sind Soziolog*innen und Ethnolog*innen, weshalb mir früh beigebracht wurde, auch systemisch auf die Gesellschaft zu blicken.
Die Unmittelbarkeit, mit der Gefühle von neurodivergenten Menschen gelebt werden, zeigte mir schon damals: Wir fühlen und erleben alle sehr ähnlich. Kognitive Veränderungen ändern nichts an der Tiefe eines Menschen. Wir wollten mit diesem Film ein Zeichen setzen.
Inklusion ist aber keine bloße Haltungsfrage, sie ist auch eine Ressourcenfrage. Dass Menschen mit Formen von Neurodivergenz in Werbung und im Film kaum vorkommen, liegt oft an mangelndem wirtschaftlichen Mut: Film ist teuer und wer wirtschaftlich denken muss, scheut die Mehrkosten für Betreuung oder andere möglicherweise anfallende Kosten.
Wir haben als Arbeitsgruppe von zwei Studierenden gemeinsam mit den Gleichstellungsbeauftragten an der Hochschule gezielt einen Fördertopf entwickelt, der genau die für Inklusion notwendigen Produktionsschritte unterstützt. Eine Kunsthochschule ist ein geschützter Raum. Wir sind froh, dass wir hier auch produktionstechnisch zeigen können, was die Branche bisher versäumt.
Natürlich war der Weg hin zu den Dreharbeiten von „Discover Better Sleep“ für uns als Team auch eine Lernkurve. Eine neurodivergente Besetzung erzeugt mitunter andere Abläufe – weil Bewegungen beim Körperbau von Menschen mit Trisomie 21 oft anders funktionieren und anders geprobt werden müssen. Aber: Besondere Bedingungen gibt es immer, egal mit wem du arbeitest. Bei jedem Projekt wird immer versucht, individuell auf das einzugehen, was Menschen brauchen, um möglichst optimal zu arbeiten. Beim Thema Neurodiversität herrscht hier jedoch ein Stigma, das potenzielle Probleme überbetont und Ängste schürt, die der Realität überhaupt nicht entsprechen. Wir hatten eine sehr produktive Zeit mit Natalie und konnten jeden Drehtag im Zeitplan beenden.
Wir haben es satt, dass neurodivergente Menschen in Geschichten immer nur als „Problem“ vorkommen. Ich bin selbst durch lange Jahre an der Berliner Volksbühne für die politischen Dimensionen von Besetzungsentscheidungen sensibilisiert. Viele Theater in Deutschland, u.a. die Münchner Kammerspiele, haben hier vor Jahren schon umgedacht. Und selbst Hollywood traut sich mehr als viele hier in Deutschland – z.B. der Regisseur David Lowery, der in „Peter Pan & Wendy“ für Disney ebenfalls neurodivers besetzt hat. So wollen wir es auch machen: Natalie ist in unserem Film keine Hilfsempfängerin, sie ist Abenteurerin, Heldin und unsere Projektionsfläche.“